Reisetipps für Galiläa / Israel

Galiläa und seine historischen Ortsnamen, vielleicht auch noch ein paar wenige Details zu ihrer Geschichte, gehören sicher zum Allgemeinwissen. Dass es sich lohnt im Land selbst mehr darüber zu erfahren, soll dieser Artikel nahebringen.

Anreise

Nach Galiläa kommt man am besten mit einem Flugzeug via Tel Aviv. Wer mag, kann vor der Weiterreise auch diese Stadt noch erkunden. Vor allem das arabische Viertel mit seinen vielen kleinen Gässchen und Verkaufsständen von unterschiedlichsten Waren locken Touristen wie auch Einheimische an. Der Alte Hafen bietet dagegen eine moderne Strandpromenade, den langen Sandstrand und die unterschiedlichsten Restaurants und Läden.

Auch ein Abstecher in die Stadt Davids – Jerusalem – ist von hier aus einfach möglich und vielleicht der optimale Einstieg in die Geschichte dieses vielfältigen Landes. Man betritt die Stadt durch eines der acht Tore, die jeweils in die unterschiedlichen Viertel führen. Bekannt sind vor allem das Zionstor (Jüdisches Viertel), das Jaffator (Armenisches Viertel), das Neue Tor (Christliches Viertel) und das Herodestor (Muslimisches Viertel).

Die Qumran-Rollen gelten als herausragende Quellen zur Frühgeschichte der Christen und auch zum Leben der Juden in und nach der Zeit Jesu. Im „Schrein des Buches“ sind sie als Kopien zu besichtigen zusammen mit einigen anderen Original-Schriftrollen. Der Kauf eines ausführlichen Begleitbuches zur Ausstellung lohnt sich gerade auch als Einstieg in die Erkundung Galiläas: viele der in den Schriften erwähnten Orte sind ausgegraben und für Touristen zugänglich gemacht worden.

Auch für Muslime (zum Beispiel die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg) und die Juden (Klagemauer) ist Jerusalem die Stadt ihres Glaubens. Denken Sie daran, bei der Besichtigung aller Religionsstätten Kopf, Knie und Schultern bedeckt zu halten, um den Gläubigen Respekt zu zeigen und niemanden zu verärgern.

Galiläa

Jesus stammt aus Nazaret, zu seiner Zeit ein kleines Dorf in Galiläa und sicher damals schon eine ungewöhnlich schöne Landschaft mit Hügeln und Tälern voller Wälder und Felder und natürlich mit dem See Genezareth. An dessen Ufern befanden sich damals und befinden sich heute noch einige Fischerorte, denn hier gibt es z.B. den berühmten Petrusfisch, der auf vielen Speisekarten zu finden ist.

Nazaret und die Nachbarstädte

Das ehemalige Dorf Nazaret hatte vielleicht 400 Einwohner, die Stadt Nazaret und die eigenständige sehr moderne Stadt Nazaret Illit sind ungleich größer. Lange glaubte man nicht, dass es das alte Nazaret wirklich gegeben habe, aber dann fanden Historiker doch genügend Mauern von Gebäuden und Reste von Geschirr, um die Existenz zu beweisen.

Direkt neben Nazaret liegt Kana. Hier geschah laut den Darstellungen des Neuen Testamentes das erste Wunder: Jesus verwandelte auf einer Hochzeit Wasser in Wein.

Vermutlich lernte Jesus – wie alle Juden damals – das Handwerk seines Vaters und so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er mit ihm zusammen in der acht Kilometern entfernten Stadt Sepphoris in seiner Jugendzeit arbeitete. Hier gibt es heute einen eigenen Nationalpark, der die Sehenswürdigkeiten für Touristen sehr anschaulich darstellt.

Als er seine Eltern verließ, um zu predigen, kam er sicher auch mal durch Nain. Hier soll er einen Jüngling von den Toten auferweckt haben.

Tiberias und Kafarnaum

Der See Genezareth wird auch oft „See von Tiberias“ genannt, an seinen Ufern ließ Herodes zu Ehren des Kaisers Tiberius eine Stadt errichten, von der als römisches Monument besonders das Amphitheater hervorzuheben ist.

Interessant für die Juden sind hier die Gräber berühmter Rabbiner: Jochanan ben Sakkai, Maimonides, Ben Akiva und dessen Schüler Meir sind hier beerdigt. Die Gräber der jüdischen Matriarchinnen sind für gläubige Juden eine wichtige religiöse Stätte.

Bei Tiberias liegt der „Berg der Seligpreisungen“ auf der Jesus seine berühmte Predigt hielt und Jardenit, wo er von Johannes dem Täufer getauft worden sein soll.

Nicht weit entfernt liegt auch der kleine historische Fischerort Kafarnaum. Aus diesem Ort stammten einige der Jünger Jesu. Zu besichtigen ist hier das Haus des Petrus und ein Raum, der vermutlich nur wenige Jahrzehnte nach Jesus Tod als Hauskirche diente, wie einige der Inschriften vermuten lassen.

Von hier kann man eine schöne Bootsfahrt über den See machen und die herrliche Landschaft genießen. Die Händler der Gegend bieten frische Datteln, Bananen und vieles mehr an, so dass die Verpflegung auf dem Wasser kein Problem ist.

Wer von dieser Gegend viel erleben will, sollte sich einen guten Reisführer kaufen. Wobei fundierte historische Erläuterungen die Reise spannender gestalten als bunte Bilder – diese fotografieren Sie lieber selbst.

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